Aphorismus #937

Du hast

wer vor stalingrad verreckt ist
hat vor dem tod daran gedacht
ob das gerecht ist
dass man macht was man soll
dass man spart und dass man keult
und zum schluss mit vollen hosen
nach der mama heult

das ist die strafe für die feigheit
die strafe für die feigheit
für die sucht nach
unbedingter angepasstheit
an die macht die du hasst
und von der du manchmal träumst
die den weg mit
leergeblasenen eierköpfen säumt
(an die macht an den staat
die gesellschaft den geschmack
du hältst deine schnauze
denn du bist schon lange satt)

du warst dabei beim allerersten verrat
in der masse fühlt
sich jeder schwächling stark
wessen hand wessen hammer
wessen nagel wessen kreuz
du warst mit dabei
weil du mit jeder herde läufst

du hast jesus christus
an das kreuz genagelt
du hast jesus christus
an das kreuz genagelt
du hast jesus christus
an das kreuz genagelt
du hast jesus christus
an das kreuz genagelt

du hast du hast du hast du hast
d-d-d-d du hast du hast du hast
du hast du hast du hast du hast
d-d-d-d du hast du hast du hast

Text und Musik: Das Auge Gottes

Ich hatte das Glück, diese Schweriner Band in der kurzen Zeit ihres Bestehens (1989 – 1998) live erleben zu können. Und das in der ersten Reihe. Ich war schwer begeistert. Und swhe enttäuscht, als der Split kam. So freut es mich umso mehr, dass trotz sony und alledem es doch Videos von „Das Auge Gottes“ auf youtube gibt. Ein weiterer Grund zur Freude ist, dass vor kurzem ein Blogger sich einen Ruck gegeben hat und die Band endlich online ist.

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Aphorismus #906

Wort zum Sonntag #78

Die Gesellschaft kann nicht existieren ohne die Ungleichheit des Vermögens und die Ungleichheit des Vermögens kann nicht existieren ohne die Religion. Wenn ein Mensch vor Hunger stirbt neben einem anderen, der im Wohlstand lebt, so ist es ihm unmöglich, diese Ungleichheit zu akzeptieren, wenn es nicht eine Autorität gibt, die ihm sagt: „Gott will es so. Es muss auf der Welt Arme und Reiche geben. Aber später, in der Ewigkeit, wird die Aufteilung anders sein.“

Diese treffliche Beschreibung über den innigen Zusammenhangs von autoritärer Politik und Religion stammt nicht aus der Feder von Karl Marx, von Ludwig Feuerbach oder eines der anderen gottlosen Philosophen, geschrieben hat sie vielmehr Napoléon Bonaparte (1769 – 1821), der Abwickler der französischen Revolution.

Aphorismus #632

Der stumme Zwang der ökonomischen Verhältnisse besiegelt die Herrschaft des Kapitalisten über den Arbeiter. Außerökonomische, unmittelbare Gewalt wird zwar immer noch angewandt, aber nur ausnahmsweise. Für den gewöhnlichen Gang der Dinge kann der Arbeiter den „Naturgesetzen der Produktion“ überlassen bleiben, d.h. seiner aus den Produktionsbedingungen selbst entspringenden, durch sie garantierten und verewigten Abhängigkeit vom Kapital.

Noch einmal Karl Marx: Das Kapital Bd 1, S. 763 – 765. Diese Sätze folgen unmittelbar nach dem, was ich in Hartz IV – Unmenschlichkeit hat Tradition zitiert habe.

Aphorismus #602

Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist und der Staat es nicht nutzt, dafür aber die Verbrecher und Terroristen. Das ist nicht unser Staat! Der Staat muss wehrhaft bleiben.

Nein, Frau Merkel, das ist nicht mein Staat, der sich zuvorderst gegen seine Bürger wehrt, der den letzten Rest an Freiheit zu Tode schützt- und dies alles wegen des Papiertigers „Terrorismus“. Aber was sich in den 70ern bewährt hat, kann heute nicht falsch sein.