Aphorismus #1024

Wenn die Kirchen im Durchschnitt noch fünf Prozent Eigenmittel beisteuern, muss man schon froh sein!

Ursula Krickl vom Deutschen Städte- und Gemeindebund zum Thema christliche Kindergärten

Bei Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen ist das nicht anders. Sogar ihre Wohlfahrtsverbände, Caritas und Diakonie, betreiben die Kirchen zu achtundneunzig Prozent mit dem Geld aller.

Zu finden sind diese skandalösen Fakten in dem lesenswerten SPON-Artikel: Getauft für den Job

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Aphorismus #808

Wort zum Sonntag #65

Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

Jesus in der sog Bergpredigt: Matthäus 6, 3f

Ein beliebtes Argument, wenn es um die Kirchensteuer, um Gelder des Staates für die Kirchen, um ihre Existenzberechtigung oder Notwendigkeit für unser Land geht, ist das soziale Engagement Kirchen, das ihnen gerne jeder abkauft. Caritas und Diakonie sind die besten Aushängeschilder für ihre Kirchen. Selbst manch Gottloser ist der Überzeugung, dass dem Land etwas fehlen würde, wenn es die sozialen Aktivitäten der Kirchen nicht mehr gäbe. Die Realität jedoch sieht anders aus, ganz anders. Eine einfache Frage dazu sei erlaubt: Wie viel Prozent der Aufwendungen im sozialen Bereich wird den Kirchen nicht von staatlicher Seite oder aus Gebühren erstatte?  Wie hoch ist der Eigenanteil, die sogenannte Kirchenquote, der Anteil, der tatsächlich ausschließlich von den Kirchen aufgebracht wird, für Krankenhäuser, Kindergärten, Beratungsstellen, Behindertenwerkstätten, Suchthilfen etc?
Natürlich sind es keine 100%, das dürfte jedem klar sein, dass soviel Geld selbst Rom nicht aufbringen könnte. Es sind auch keine 50, keine 20, ja nicht einmal 10%. Im Jahr 2003- neuere Zahlen sind nicht greifbar- transferierten Bund, Länder und Gemeinden insgesamt 44,5 Milliarden €, in Zahlen: 44.500.000.000 an die kirchlichen Einrichtungen. (Zum Vergleich: Der Etat des Verteidigungsministeriums 2008 betrug lediglich 29,45 Mrd €!)
Dass soviel Geld zu den Kirchen fließt, liegt am bundesdeutschen Subsidiaritätsprinzip. Seinetwegen bezahlt der Staat karitative und soziale Einrichtungen für das, was eigentlich zu seinen Aufgaben gehört. Alle anderen Wohlfahrtsverbände, ob AWO, paritätischer Wohlfahrtsverband oder DRK erhalten auch entsprechende Gelder. Natürlich nicht in ähnlicher Höhe, weil sie nun mal viel kleiner sind. Was die „weltlichen“ Verbände jedoch im hohen Maß von den Kirchen unterscheidet: Sie erzählen nicht jedem, ob er es hören will oder nicht, wie wahnsinnig aufopferungsvoll ihre Tätigkeit sei, wie teuer das alles komme und vor allem verbreiten sie nicht das Ammenmärchen, dass ohne ihre Arbeit Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe vor die Hunde gehen würden in diesem unseren Lande. Diese Krokodilstränen bleiben weitgehend den Kirchenleuten vorbehalten, auch wenn so manch ältere DRK-Frau alles tut, um mit den Kirchenleuten mitzuhalten.
Kommen wir zurück zum Eigenanteil der Kirchen an ihrer sozialen Arbeit. Unter 10% war ich ja schon, es sind jedoch nicht einmal 5%. Es sind, man mag es kaum glauben, lausige 1,8 %: 0,828 Milliarden € (oder 828,2 Millionen). Nicht einmal 1/50 der staatlichen Gelder beträgt die Kirchenquote! Dass alle Welt denkt, es sei die Kirche, die den Laden am Laufen hält, dass jedermann glaubt, ohne ihr soziales Tun würden Kranke nicht mehr geheilt, Kinder nicht mehr erzogen und Süchtige nicht mehr beraten, dass sich also die Kirche völlig unentbehrlich gemacht hat im Augen der allermeisten- das nenne ich einen PR-Erfolg, wie ihn keine Werbe-Agentur der Welt sonst hingekriegt. Die Kirche handelt getreu ihres Mottos:

Tue Gutes, mach viel Aufhebens darum und lass es dir vom Staat bezahlen!

Dass sich Jesus die Sache eventuell anders vorgestellt hat, wie das Bibelzitat eingangs nahe legt, ist verschmerzbar. Jesus hatte nun mal keinen Erfolg zu Lebzeiten, wohin das führte ist hinlänglich bekannt. Richtig Schwung kam erst in die Sache als aus ein paar Jüngern die Kirche wurde, als man sich den Bedingungen ringsum anpasste, den LEuten gab, was sie wirklich brauchten! Nichts anderes machen die Kirchen in der BRD. Sie sind mit ihrer Strategie bisher bestens gefahren, warum also etwas ändern? Der Staat wird weiter zahlen, die Leute weiter an die Selbstlosigkeit der Kirchen glauben, fleißig Kirchensteuer zahlen und sich nach Strich und Faden verarschen lassen.
Saecula saeculorum! Amen.

„Diese Ermächtigungsklauseln lassen schon an schlimmere Zeiten denken“

Ein Interview mit Professor Karl Albrecht Schachtschneider zum Lissabon-Vertrag, veröffentlicht in dem sehr empfehlenswerten Online-Magazin telepolis.

„Karl Albrecht Schachtschneider, ordentlicher Professor em. an der Universität Erlangen-Nürnberg und Autor zahlreicher rechtswissenschaftlicher Schriften, gehört zu den sehr wenigen Menschen, die den fast 500 Seiten umfassenden Lissabon-Vertrag nicht nur komplett gelesen, sondern auch auf seine möglichen und wahrscheinlichen Konsequenzen hin abgeklopft haben. Derzeit führt er für den Abgeordneten Peter Gauweiler, aber auch im eigenen Namen eine Klage gegen den Vertrag vor dem Bundesverfassungsgericht.“

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