Aphorismus #910

Die Frage muss erlaubt sein, ob damit nicht das Gastrecht, das wir Ausländerinnen und Ausländern gerne gewähren, überstrapaziert wird, wenn nämlich jahrhundertealte deutsche Traditionen wie das Kreuz in Schulzimmern angegriffen werden.

Mit diesen vom wahren Geist der Liberalitas Bavariae durchdrungenen Worten bezieht der Schulbürgermeister der Stadt Regensburg Gerhard Weber Stellung zum Wunsch eines Vaters, im Klassenzimmer seines Sohn das dort befindliche Kruzifix abzuhängen. Das nenne ich wahrhafte Toleranz!
Übrigens: der Mann ist weder Moslem noch evangelisch, sondern einfach Atheist. Er stammt auch nicht aus der Türkei, oder Gott bewahre gar aus Pakistan oder Ghana, sondern ist Brite. Er bezieht auch nicht Hartz IV, oder lebt vom Kindergeld des deutschen Staates, sondern ist habilitierter Physiker an der Universität Regensburg. – Wer wird es ihm verdenken, dass er sich bei nächster Gelegenheit an eine andere Uni berufen lässt…

Wenn Tradition, dann aber richtig! Die älteste Kreuzesdarstellung überhaupt (zwischen 200 und 250 n.d.Z.) stammt nicht aus christlicher Hand, sondern ist ein antikes Graffiti und zeigt einen eselsköpfigen Gekreuzigten mit dem Text „Alamenos betet seinen Gott an“. Wer allerdings DIESER  Tradition anhängt, riskiert eine Anzeige nach § 166 StGB „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“. Freiheit ist eben immer die Freiheit der gleich Denkenden. Das ist die deutscheste aller Tradition.